Ein Skipper sollte immer dazu fähig sein, seine Segelyacht auch mit einem Sextanten ans Ziel zu bringen. Nach der Entdeckung der verlorenen echten Methode von Carl Friedrich Gauß und ihrer Verwendung in einer mobilen App kann das jetzt auch wirklich jeder. Damit eröffnet sich in der astronomischen Navigation ein neuer Weg für eine neue Generation von Seglern, auf dem die bisherigen aus dem 19. Jahrhundert stammenden Mittel, endlich gegen moderne Mittel getauscht werden. Auf diese Weise wird die Gauß Methode zur modernsten, genauesten und am einfachsten zu benutzenden Methode zur astronomischen Standortbestimmung überhaupt.

Dass ein Segler das komplexe Höhendifferenzverfahren mit Sonne, Mond, Planeten und Fixsternen beherrschen soll, wie das immer noch von allen Seiten propagiert wird, ist Wunschdenken und trägt nicht zum Ziel bei. Zu welchem Zweck, außer einem Hobby, wird Astronavigation überhaupt noch wirklich gebraucht? Richtig – für den Notfall, der eigentlich nie eintritt. Genauso wenig wird man auch nie eine Rettungsinsel oder nie eine EPIRB Notfallbake brauchen und hat doch beides an Bord. Fraglos muss jedes Notfallsystem so einfach beschaffen sein, dass es auch ohne vorherige Schulung von jedem bedient werden kann. Deshalb darf eine Notfall Navigation auch nur mit dem unverwechselbaren Gestirn Sonne arbeiten und die einzige Hürde darf nur darin bestehen, einen Sextanten bedienen zu können. Nur wer als Hobby mit allen Gestirnen navigieren will und sich den Seefahrertradition der letzten beiden Jahrhunderte verbunden fühlt, der wird das Höhendifferenzverfahren weiter benutzen.

Vorbild für die Entwicklung der App war die Satellitennavigation auf einem Kartenplotter. Ein Unterschied in Geschwindigkeit und Genauigkeit ist natürlich vorhanden. Er resultiert daraus, dass Gestirne ihre Position nicht mit Funksignalen übermitteln können, wie Satelliten das tun. Ihre Position muss deshalb manuell mit einem Sextanten von der Erde aus festgestellt werden.

Kein Schätzort, kein Rechnen, kein Zeichnen und kein Wühlen in nautischen Unterlagen sind die Merkmale der neuen Methode und ein teuerer Lehrgang ist schon mal gar nicht nötig. Alles was neben einem Mobilgerät mit der darauf installierten App „Sun Navigation“ gebraucht wird, ist ein Sextant und die Bereitschaft für Neues.

Wenn ein Yachtskipper einen Sextanten hervorholt, um seine Position zu bestimmen, dann zeugt das nicht nur von seemännischem Können sondern auch von Verantwortung in der Schiffsführung. Außerdem ist das ein kleiner Beitrag zur Pflege und Bewahrung jahrhunderte alter Traditionen in der Seefahrt.

(English translation)